
In Hanau werden herrenlos im öffentlichen Raum abgestellte Einkaufswagen nicht verschrottet, sondern vom städtischen Eigenbetrieb Hanau Infrastruktur Service gesammelt und den jeweiligen Einzelhandelsketten zur Abholung angeboten. Seit Beginn des Projekts vor rund zwei Jahren wurden 815 Wagen eingesammelt und damit etwa 18,3 Tonnen Metall vor der Verschrottung bewahrt.
Wie das Verfahren organisiert ist
Mitarbeitende des Hanauer Infrastruktur Service suchen Einkaufswagen auf Straßen, Gehwegen und in Grünflächen auf und bringen sie zum Betriebshof in der Daimlerstraße. Statt die Wagen zu entsorgen, lagert HIS sie zwischen und informiert die mutmaßlichen Eigentümer. Die Einzelhändler können die Wagen abholen und zahlen dafür eine Kostenpauschale von 25 Euro pro Wagen. Die Pauschale soll den Aufwand der städtischen Straßenreinigung ausgleichen.
Ökonomische und ökologische Aspekte
Nach Angaben der Stadt rechnet sich das Verfahren auch finanziell, weil ein neuer Einkaufswagen im Neupreis üblicherweise zwischen 100 und 250 Euro kostet. Durch die Rückgabe vorhandener Wagen wird Material erhalten und Entsorgung vermieden. Die Stadtverwaltung verweist zudem auf gesetzliche Vorgaben, die der Wiederverwendung Vorrang vor der Vernichtung einräumen.
Auswirkungen auf Stadtbild und Handel
Die regelmäßige Sammlung soll das Stadtbild entlasten und Behinderungen im öffentlichen Raum verringern. Laut Stadt gehen die Zahlen herrenlos abgestellter Wagen spürbar zurück. Viele Händler hätten außerdem eigene Gegenmaßnahmen eingeführt, etwa die regelmäßige interne Sammlung an bekannten Standorten oder technische Sicherungen wie magnetische Wegfahrsperren auf Parkplätzen.
Kommunikation und Meldemöglichkeiten
Bürgerinnen und Bürger, die abgestellte Einkaufswagen finden, können dies dem betreffenden Markt melden oder die Hanauer Straßenreinigung per E Mail an his-strassenreinigung@hanau.de informieren. Alternativ steht der digitale Hinweisgeber unter www.hanau-digital.de zur Verfügung. Die Stadt wertet das Modell als pragmatische Lösung, die sowohl Sauberkeit als auch Ressourcen schonen könne.
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