Hanau bündelt Unterstützung für Jugendliche in neuer Jugendberufsagentur

Hanau bündelt Unterstützung für Jugendliche in neuer Jugendberufsagentur
Hanau bündelt Unterstützung für Jugendliche in neuer Jugendberufsagentur | Bild: © Stadt Hanau / Moritz Göbel

Die Stadt Hanau richtet eine Jugendberufsagentur ein, um die Beratung und Vermittlung für Jugendliche und junge Erwachsene beim Übergang von Schule in Ausbildung und Arbeit zu bündeln. Träger sind das städtische Jugendamt mit der Jugendberufshilfe, die Agentur für Arbeit Hanau und das Jobcenter Hanau. Der offizielle Beginn ist für den 1. September 2026 geplant, die Aufbauphase läuft seit dem 1. Januar 2026.

Gründe und Ziele

Mit der Gründung der Jugendberufsagentur reagiert die Stadt auf eigene strategische Vorgaben in der Arbeitsmarktpolitik. Hanau, nach eigener Angabe mit mehr als 100 000 Einwohnerinnen und Einwohnern die sechstgrößte Stadt Hessens, ist seit dem 1. Januar 2026 kreisfrei und kann dadurch neue Gestaltungsspielräume nutzen. Die Stadtverwaltung will diese Freiräume einsetzen, um eine passgenaue Strategie für den lokalen Arbeitsmarkt zu entwickeln und die Ausbildungs- und Beschäftigungschancen junger Menschen zu verbessern.

Bürgermeister und Sozialdezernent Dr. Maximilian Bieri erklärte, man setze die Arbeitsmarktstrategie konsequent um und wolle damit allen Jugendlichen eine faire und echte Chance geben. Für junge Menschen sei es wichtig, schnell Orientierung und verlässliche Ansprechpartner zu erhalten. Die Agentur soll Beratung und Unterstützung künftig gebündelt anbieten.

Angebote und Zielgruppen

Im Fokus stehen laut Stadt vor allem Jugendliche und junge Erwachsene mit mehreren Unterstützungsbedarfen. Damit sollen unter anderem Schulabbrechende und sogenannte NEETs im Alter von 15 bis 26 Jahren erreicht werden. Geplant sind abgestimmte Beratungsgespräche sowie Hanau spezifische Maßnahmen, etwa aufsuchende Beratungsangebote außerhalb klassischer Behördenstrukturen, zum Beispiel in Jugendzentren in den Stadtteilen.

Ein weiterer Bestandteil der Konzeption ist der verpflichtende Einbezug der Eltern. Die Stadt begründet das damit, dass Eltern oft Unterstützung bei der Orientierung im deutschen Bildungs und Ausbildungssystem benötigten. Petra Dinger, Leiterin des Amts für Soziale Prävention, sagte, die enge Verzahnung der Akteure ermögliche eine bessere Koordination von Hilfen und helfe, Brüche in Bildungs und Berufsbiografien zu vermeiden.

Organisation und Rechtskreise

Die Jugendberufsagentur soll die Kompetenzen der beteiligten Institutionen enger verknüpfen. Neben der Stadtverwaltung sind die Agentur für Arbeit Hanau und das Jobcenter Hanau beteiligt. Die Agentur wird die Rechtskreise SGB II, SGB III und SGB VIII umfassen. Nach Angaben der Beteiligten sind alle Rechtskreise gleichwertige Partner und bilden zusammen die Verantwortungsgemeinschaft.

Heike Hengster, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hanau, betonte, dass junge Menschen mit besonderen Herausforderungen davon profitierten, wenn Angebote gemeinsam geplant und umgesetzt würden. Monika Wendt, Geschäftsführerin des Jobcenters Hanau, erklärte, mit der rechtskreisübergreifenden Zusammenarbeit lasse sich der Bedarf trägerübergreifend abstimmen und passgenauere Unterstützung entwickeln.

Der Informationsaustausch zwischen den Partnern soll nach Angaben der Stadt datenschutzkonform erfolgen. Ziel ist es, Abläufe und Maßnahmen zu harmonisieren und die Koordination von Integrations und Hilfeprozessen zu verbessern.

Zeitplan und nächste Schritte

Die städtische Aufbau und Vorbereitungsphase läuft seit dem 1. Januar 2026. Bis zum offiziellen Start am 1. September 2026 sollen die Zusammenarbeit weiter vertieft und konkrete Angebote entwickelt werden. Die Stadt betont, dass mit der Gründung der Jugendberufsagentur jeder junge Mensch eine Chance auf Ausbildung, Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe erhalten soll.

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